Aktualisiert am

Die deutsche Altersvorsorge ruht auf drei Schichten, und ihre Trennung ist für jede Rechnung wichtiger als die Höhe der Beiträge. Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Umlageversicherung: Entgeltpunkte entstehen im Verhältnis des eigenen Entgelts zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten, und die Rente ist das Produkt aus Punkten, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Die betriebliche Altersversorgung ist kapitalgedeckt und wird über Entgeltumwandlung mit einem gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss aufgebaut, in der Rentenphase aber voll besteuert und in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragspflichtig. Die private Vorsorge, Riester oder ungefördert, folgt eigenen Regeln. Die Rechner dieser Seiten beziffern die Schichten getrennt, weil nur ihre Summe das Versorgungsniveau ergibt, aber nur die einzelnen Bausteine gestaltbar sind. Wer in mehreren Ländern gearbeitet hat, erwirbt Ansprüche jeweils dort, wo die Beiträge gezahlt wurden. Die verwendeten Werte sind die des laufenden Jahres und werden jährlich angepasst.

🇩🇪Deutschland

Rentenrechner Deutschland

Berechnen Sie Ihre Pension der Deutsche Rentenversicherung, ermitteln Sie Ihre Entgeltpunkte und projizieren Sie Ihre Riester-Rente oder Rurup-Rente.

So funktioniert's

1

Wahlen Sie einen Rechner

Gesetzliche Rente (Deutsche Rentenversicherung) oder private Vorsorge (Riester-Rente & Rurup-Rente).

2

Geben Sie Ihre Daten ein

Gehalt, angesammelte Entgeltpunkte, Kinder... passen Sie die Regler an und sehen Sie die Ergebnisse in Echtzeit.

3

Verstehen und optimieren

Diagramme, Details und Bildungsinhalte zum deutschen System, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gesetzliches Rentenalter

67 Jahre

Fur Geborene ab 1964

Rentenwert

42,52 €

Aktueller Wert eines Entgeltpunkts

Beitragssatz

18,6%

50/50 Arbeitgeber-Arbeitnehmer

Zulagen Riester

175 €/Jahr

Grundzulage + 300 €/Kind

Das deutsche Rentensystem verstehen

Das deutsche Rentensystem gehort zu den altesten Sozialversicherungssystemen der Welt. Es wurde 1889 unter Reichskanzler Otto von Bismarck eingefuhrt und basiert auf dem Umlageverfahren (Generationenvertrag): Die Beitrage der heutigen Erwerbstatigen finanzieren direkt die Renten der aktuellen Rentnerinnen und Rentner. Dieses Prinzip der Solidaritat zwischen den Generationen hat Deutschland uber mehr als 130 Jahre begleitet und wurde durch zahlreiche Reformen an die sich verandernden demografischen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst.

Das offentliche System wird von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) verwaltet, dem grossten Sozialversicherungstrager Europas mit uber 57 Millionen Versicherten. Die Rentenhohe wird nach einer transparenten Formel berechnet: Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor. Die Entgeltpunkte spiegeln das Verhaltnis des individuellen Einkommens zum Durchschnittseinkommen wider. Der aktuelle Beitragssatz betragt 18,6 % des Bruttogehalts, je zur Halfte getragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Neben der gesetzlichen Rente spielen die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die private Vorsorge eine zunehmend wichtige Rolle. Die Riester-Rente, eingefuhrt im Jahr 2002, bietet staatliche Zulagen und Steuervorteile fur Arbeitnehmer und Familien. Die Rurup-Rente (Basisrente) richtet sich besonders an Selbstandige und ermoglicht hohe steuerliche Abzuge. Die betriebliche Altersvorsorge uber Entgeltumwandlung erganzt das Drei-Saulen-Modell und bietet steuer- sowie sozialabgabenfreie Einzahlungsmoglichkeiten wahrend der Ansparphase.

Wichtige Punkte

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente in Deutschland wird nach einer festen Formel berechnet: Entgeltpunkte x Rentenwert x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor. Jedes Jahr Erwerbstatigkeit generiert Entgeltpunkte basierend auf dem Verhaltnis des eigenen Einkommens zum Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Der aktuelle Beitragssatz betragt 18,6 % des Bruttogehalts, je zur Halfte getragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Deutsche Rentenversicherung verwaltet das System und zahlt die Renten aus, die jahrlich entsprechend der Lohnentwicklung angepasst werden.

Alter und Zugangsvoraussetzungen

Das regulare Rentenalter liegt bei 67 Jahren fur alle ab 1964 Geborenen. Um uberhaupt eine Altersrente zu erhalten, muss eine Mindestversicherungszeit von 5 Jahren (Wartezeit) erfullt sein. Wer mindestens 45 Jahre Pflichtbeitrage nachweisen kann, gilt als besonders langjahrig Versicherter und kann bereits mit 65 Jahren ohne Abschlage in Rente gehen. Fur jeden Monat vorzeitigen Renteneintritts wird ein Abschlag von 0,3 % pro Monat erhoben, maximal jedoch 14,4 %.

Riester-Rente und Rurup-Rente

Die Riester-Rente ist die staatlich geforderte private Altersvorsorge fur Arbeitnehmer. Sie bietet eine Grundzulage von 175 EUR pro Jahr sowie 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind. Die Rurup-Rente (Basisrente) richtet sich vor allem an Selbstandige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beitrage zur Rurup-Rente sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar, bis zu einem Hochstbetrag von uber 27.000 EUR (Ledige) bzw. 54.000 EUR (Verheiratete) pro Jahr.

Steuervorteile und Forderung

Das deutsche Altersvorsorgesystem bietet verschiedene steuerliche Anreize. Bei der Riester-Rente profitieren Versicherte von Zulagen (Grund- und Kinderzulage) sowie einem zusatzlichen Sonderausgabenabzug von bis zu 2.100 EUR pro Jahr. Die Rurup-Rente ermoglicht einen Sonderausgabenabzug der Beitrage in voller Hohe. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) erlaubt Entgeltumwandlung: Bis zu 338 EUR monatlich (Stand 2026) konnen steuer- und sozialabgabenfrei in eine Betriebsrente eingezahlt werden. Im Gegenzug werden die spateren Rentenauszahlungen nachgelagert besteuert.

Aktuelle Reformen

Die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre (Rente mit 67) war eine der bedeutendsten Reformen der letzten Jahrzehnte. Der Rentenwert wird jahrlich an die Lohnentwicklung angepasst, wobei der Nachhaltigkeitsfaktor das Verhaltnis von Beitragszahlern zu Rentenempfangern berucksichtigt. Die Herausforderungen des Umlageverfahrens wachsen angesichts des demografischen Wandels: Wahrend 1962 noch sechs Beitragszahler einen Rentner finanzierten, sind es heute nur noch etwa zwei Beitragszahler pro Rentner. Private und betriebliche Vorsorge gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.

Haufig gestellte Fragen

Wann kann ich in Rente gehen?

Das regulare Rentenalter betragt 67 Jahre fur alle ab 1964 Geborenen. Besonders langjahrig Versicherte (mindestens 45 Beitragsjahre) konnen bereits mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Ein vorzeitiger Renteneintritt ist ab 63 Jahren moglich, allerdings mit einem Abschlag von 0,3 % pro Monat vor dem regularen Rentenalter. Schwerbehinderte Menschen konnen unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab 62 Jahren in Rente gehen.

Wie wird die Rente berechnet?

Die monatliche Bruttorente ergibt sich aus der Formel: Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenwert x Rentenartfaktor. Die Entgeltpunkte spiegeln Ihr Einkommen im Verhaltnis zum Durchschnitt wider (ein Punkt entspricht einem Durchschnittsjahr). Der Zugangsfaktor betragt 1,0 bei regularem Renteneintritt und sinkt bei Fruhverrentung. Der aktuelle Rentenwert liegt bei 42,52 EUR (West). Der Rentenartfaktor betragt 1,0 fur die Altersrente.

Welche Altersvorsorgeprodukte gibt es?

Deutschland bietet ein Drei-Saulen-Modell der Altersvorsorge. Die erste Saule ist die gesetzliche Rentenversicherung (Pflicht fur Arbeitnehmer). Die zweite Saule umfasst die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Die dritte Saule ist die private Vorsorge: Riester-Rente (staatlich gefordert, ideal fur Familien), Rurup-Rente (Basisrente fur Selbstandige), private Rentenversicherungen und fondsgebundene Sparplane.

Wie viel Rente werde ich bekommen?

Die Hohe hangt von Ihren gesammelten Entgeltpunkten ab. Wer 45 Jahre lang exakt das Durchschnittsgehalt verdient, sammelt 45 Entgeltpunkte und erhalt derzeit eine Bruttorente von etwa 1.770 EUR monatlich (West). Die durchschnittliche Altersrente liegt bei rund 1.100 EUR brutto pro Monat. Um den Lebensstandard zu halten, empfehlen Experten, die gesetzliche Rente durch betriebliche und private Vorsorge auf etwa 70-80 % des letzten Nettoeinkommens aufzustocken.

Kann ich fruher in Rente gehen?

Ja, ein vorzeitiger Renteneintritt ist unter bestimmten Voraussetzungen moglich. Ab 63 Jahren konnen langjahrig Versicherte (mindestens 35 Beitragsjahre) mit Abschlagen in Rente gehen. Der Abschlag betragt 0,3 % pro Monat vor dem regularen Rentenalter, maximal 14,4 %. Besonders langjahrig Versicherte mit 45 Beitragsjahren konnen ab 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Es besteht auch die Moglichkeit, durch Sonderzahlungen an die Rentenversicherung die Abschlage ganz oder teilweise auszugleichen.