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Private Altersvorsorge in Deutschland heißt entweder gefördert oder flexibel, und beides zugleich gibt es nicht. Riester wird über Zulagen und den Sonderausgabenabzug gefördert, verlangt dafür den Mindesteigenbeitrag von vier Prozent des Vorjahresbruttos, bindet das Kapital bis zum Rentenbeginn und wird in der Auszahlung voll besteuert. Die ungeförderte Anlage im Depot ist jederzeit verfügbar und wird nur auf den Ertrag besteuert, mit der Teilfreistellung bei Aktienfonds. Der Rechner beziffert Zulagen, Steuervorteil und die Besteuerung in der Rentenphase auf derselben Seite, weil nur dieser Vergleich trägt. Zwei Größen fehlen darin und entscheiden häufig: die Kosten des gewählten Vertrags, die über dreißig Jahre schwerer wiegen als die Förderung, und die Frage, ob der eigene Steuersatz im Alter niedriger sein wird als heute. Wer diese Frage nicht beantworten kann, fährt mit einer Mischung aus gefördertem und ungefördertem Sparen besser als mit der Festlegung auf eine der beiden Formen.

Riester-Rente & Rürup-Rente

Rechner Private Vorsorge Deutschland

Projizieren Sie Ihre private Altersvorsorge: Riester-Rente (staatlich gefördert) und Rürup-Rente (Basisrente). Vergleichen Sie Zulagen, Steuervorteile und Strategien.

Ihre Angaben & Sparplan

34 Jahre
67 Jahre
48.000 €

Zusammenfassung

Im Ruhestand verfügbar

323.601 €

netto nach Steuern

Mögliches Monatseinkommen

1.809 €

pro Monat als Rente

Sie sparen

400 €

pro Monat (Riester + Rürup)

Konkret: Wenn Sie 400 €/Monat über 33 Jahre sparen, erreichen Sie ein Kapital von 452.230 €. Nach Steuern verbleiben Ihnen 323.601 € netto. Ihre Anlagen haben Ihnen 157.201 € mehr als Ihre Einzahlungen eingebracht.

Der Staat gewährt Ihnen etwa 1.846 €/Jahr durch Riester-Zulagen und Rürup-Steuerabzüge. Als Rente ergibt das 1.809 €/Monat lebenslang, als Ergänzung zu Ihrer Deutsche Rentenversicherung.

Gesamtkapital

452.230 €

Riester + Rürup

Monatliche Rente

1.809 €

Bei Umwandlung in lebenslange Rente

Steuervorteile

60.926 €

Zulagen + Abzüge kumuliert

Netto nach Steuern

323.601 €

Verfügbares Nettokapital

Riester-Rente

Endkapital

140.807 €

Gesamteinzahlungen

58.275 €

Erwirtschaftete Zinsen

82.532 €

Steuerersparnis

19.346 €

Besteuerung bei Auszahlung

-35.202 €

Netto nach Steuern

105.605 €

Geschätzte monatliche Rente563 €/Monat

Rürup-Rente (Basisrente)

Endkapital

311.423 €

Gesamteinzahlungen

123.800 €

Erwirtschaftete Zinsen

187.623 €

Steuerersparnis

41.580 €

Besteuerung bei Auszahlung

-93.427 €

Netto nach Steuern

217.996 €

Geschätzte monatliche Rente1.246 €/Monat

Kapitalentwicklung

343841444852555963670k€150k€300k€450k€600k€
  • Riester-Rente
  • Rürup-Rente
  • Gesamt

Kumulierte Rente vs. Restkapital

69727578818487900k€150k€300k€450k€600k€
  • Kumulierte Rente
  • Restkapital

Häufig gestellte Fragen

Für wen lohnt sich die Riester-Rente?
Die Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern (300 € Kinderzulage pro Kind), Geringverdiener (Grundzulage 175 € bei nur 60 € Eigenbeitrag) und Beamte. Der maximale Eigenbeitrag für volle Förderung beträgt 4 % des Vorjahresbruttos, maximal 2 100 € abzüglich Zulagen.
Was ist der Unterschied zwischen Riester und Rürup?
Riester bietet staatliche Zulagen und ist kapitalerhaltend, richtet sich an Arbeitnehmer. Rürup (Basisrente) ermöglicht höhere Steuerabzüge (bis 30 826 € in 2026), ist für Selbständige und Gutverdiener gedacht, aber nur als lebenslange Rente auszahlbar – kein Kapitalwahlrecht. Beide Verträge werden in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert, weshalb der Steuervorteil vor allem dann zählt, wenn der Steuersatz im Ruhestand deutlich niedriger ausfällt als im Erwerbsleben.
Wie viel Steuer spare ich mit der Rürup-Rente?
2026 sind 100 % der Beiträge steuerlich absetzbar, bis maximal 30 826 € (Alleinstehende) bzw. 61 652 € (Verheiratete). Bei einem Steuersatz von 42 % ergibt das eine jährliche Ersparnis von bis zu 11 577 €. In der Auszahlungsphase wird die Rente nachgelagert besteuert.
Kann ich meinen Riester-Vertrag kündigen?
Eine Kündigung ist möglich, aber nachteilig: Alle Zulagen und Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden. Besser ist es, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, den Anbieter zu wechseln oder das Kapital für Wohn-Riester (Eigenheimrente) zu nutzen. Bei der Beitragsfreistellung bleiben die bereits erhaltenen Zulagen erhalten, das Guthaben wird weiter verzinst, und der Vertrag kann später jederzeit wieder bespart werden.
Wie wähle ich den richtigen Riester-Vertrag?
Achten Sie auf niedrige Kosten (Effektivkosten unter 1,5 % p.a.), flexible Beitragszahlung und einen Anbieter mit gutem Fondssortiment. ETF-basierte Riester-Produkte bieten langfristig bessere Renditechancen als klassische Versicherungslösungen. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter die Beitragsgarantie durch teure Umschichtungen absichert: Diese sogenannte Cash-Lock-Gefahr kann die Rendite in schwachen Börsenjahren dauerhaft blockieren.

Die private Altersvorsorge verstehen

Die Riester-Rente: staatlich geförderte Altersvorsorge

Die 2002 vom Minister Walter Riester eingeführte Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt für Arbeitnehmer, die bei der Deutsche Rentenversicherung pflichtversichert sind.

  • Grundzulage: 175 €/Jahr pro Sparer. Wird vom Staat direkt auf den Vertrag eingezahlt.
  • Kinderzulage: 300 €/Jahr pro Kind (geboren nach 2008) oder 185 €/Jahr (geboren vor 2008).
  • Mindestbeitrag: 4% des Bruttoeinkommens des Vorjahres (Zulagen eingerechnet), mindestens 60 €/Jahr. Ohne ausreichenden Beitrag werden die Zulagen anteilig gekürzt.
  • Abzugsfähiger Höchstbetrag: Bis zu 2.100 €/Jahr als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt führt die Günstigerprüfung durch (Vergleich zwischen Zulagen und Steuerabzug).
  • Auszahlung: Verpflichtend als lebenslange Rente (max. 30% als Einmalkapital bei Rentenbeginn). Wird im Ruhestand als Einkommen besteuert (nachgelagerte Besteuerung).
  • Kapitalgarantie: Der Anbieter muss mindestens die eingezahlten Beiträge + Zulagen bei Fälligkeit garantieren.
Die Rürup-Rente (Basisrente): für Selbständige

Die Rürup-Rente (oder Basisrente), benannt nach dem ökonomen Bert Rürup, wurde 2005 eingeführt. Sie richtet sich hauptsächlich an Selbständige und Freiberufler, die keinen Zugang zur Riester-Rente haben.

  • Steuerliche Absetzbarkeit: Bis zu 30.826 €/Jahr (Alleinstehende) oder 61.652 €/Jahr (Ehepaare), seit 2023 zu 100% als Sonderausgaben absetzbar.
  • Keine Zulagen: Im Gegensatz zur Riester-Rente keine direkte staatliche Förderung. Der Vorteil ist rein steuerlicher Natur.
  • Auszahlung nur als Rente: Keine Kapitalauszahlung, kein Rückkauf möglich, nicht übertragbar und nicht pfändbar. Die Rente ist lebenslang und nicht vererbbar.
  • Besteuerung bei Auszahlung: Die Rente wird schrittweise besteuert (nachgelagerte Besteuerung). 2026 sind 84% der Rente steuerpflichtig, ab 2040 dann 100%.
  • Anlageflexibilität: Wahl zwischen Garantiefonds, Investmentfonds (Aktien) oder Mischformen. Mehr Freiheit als bei Riester.
  • Hinterbliebenenrente: Möglichkeit, eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner und minderjährige Kinder einzuschließen.
Riester vs. Rürup: Welche Wahl?
KriteriumRiester-RenteRürup-Rente
ZielgruppeArbeitnehmer, BeamteSelbständige, Gutverdiener
Staatliche FörderungJa (175 € + 300 €/Kind)Nein
Max. Steuerabzug2.100 €/Jahr30.826 €/Jahr
KapitalauszahlungMax. 30%Nein (nur Rente)
KapitalgarantieJa (verpflichtend)Je nach Vertrag
Ideal fürFamilien, mittlere EinkommenSelbständige, hoher Grenzsteuersatz

Optimale Strategie: Ein Arbeitnehmer mit Kindern profitiert stärker von der Riester-Rente (hohe Zulagen). Ein Selbständiger mit hohem Einkommen bevorzugt die Rürup-Rente wegen des massiven Steuerabzugs. Beide Produkte sind für Arbeitnehmer kombinierbar.

Die Riester-Zulagen im Detail

Das Zulagensystem ist der Hauptanreiz der Riester-Rente:

Grundzulage

175 €/Jahr

Pro Sparer. Der Ehepartner kann mit einem eigenen Vertrag ebenfalls profitieren.

Kinderzulage

300 €/Kind

Pro Jahr und Kind (geboren nach 2008). 185 € für vor 2008 geborene Kinder.

Berufseinsteigerbonus

200 €

Einmaliger Bonus für unter 25-Jährige bei Abschluss eines Riester-Vertrags.

Konkretes Beispiel:

Ein verheiratetes Paar mit 2 Kindern (geboren nach 2008), Bruttogehalt 48.000 €/Jahr:
Mindestbeitrag: 4% x 48.000 € = 1.920 €/Jahr (Zulagen eingerechnet)
Zulagen: 175 € (Sparer) + 175 € (Ehepartner) + 2 x 300 € (Kinder) = 950 €/Jahr
Eigenbeitrag: 1.920 € - 950 € = nur 970 €/Jahr (81 €/Monat)

Die Anlageprofile

Die Wahl des Anlageprofils beeinflusst die langfristige Rendite erheblich:

Sicherheit

Anleihen / Renten70%
Aktien30%

Geschätzte Rendite: 2-4%/Jahr

Verlustrisiko: Gering

Ausgewogen

Anleihen / Renten40%
Aktien60%

Geschätzte Rendite: 4-6%/Jahr

Verlustrisiko: Mittel

Wachstum

Anleihen / Renten15%
Aktien85%

Geschätzte Rendite: 5-8%/Jahr

Verlustrisiko: Hoch

Lifecycle-Modell: Viele Riester- und Rürup-Verträge bieten eine automatische Verwaltung, die den Aktienanteil mit nahender Rente reduziert. Das ist eine gute Option, wenn Sie Ihre Allokation nicht aktiv steuern möchten.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist die 2. Säule der deutschen Altersvorsorge. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf Entgeltumwandlung (Umwandlung von Gehalt in Rentenversicherungsbeiträge).

Direktversicherung

Vom Arbeitgeber abgeschlossene Lebensversicherung. Die häufigste Form der bAV.

Pensionskasse

Betriebliche Pensionskasse. Häufig in Großunternehmen.

Pensionsfonds

Regulierter Pensionsfonds. Mehr Anlagefreiheit.

Unterstützungskasse

Unterstützungskasse. Kein Beitragslimit, hohe Steuervorteile.

  • Entgeltumwandlung: Bis zu 338 €/Monat (4.056 €/Jahr = 8 % der BBG) steuer- und sozialabgabenfrei.
  • Arbeitgeberzuschuss (2019): Seit 2019 muss der Arbeitgeber 15% des umgewandelten Betrags als Arbeitgeberzuschuss für neue Verträge zahlen.
  • Portabilität: Bei Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag übertragen werden (Mitnahmerecht) oder die erworbenen Ansprüche bleiben erhalten.
  • Besteuerung bei Auszahlung: Die Rente wird als normales Einkommen besteuert. Der Vorteil liegt oft in einem niedrigeren Grenzsteuersatz im Ruhestand.
Tipps zur Optimierung Ihrer privaten Altersvorsorge
  • überprüfen Sie Ihre Zulagen: Stellen Sie jedes Jahr Ihren Zulagenantrag (oder aktivieren Sie den Dauerzulagenantrag). Viele Riester-Sparer vergessen das und verlieren ihre Förderung.
  • Kombinieren Sie die Säulen: bAV (2. Säule) + Riester oder Rürup (3. Säule) zur Maximierung der Steuervorteile und Zulagen.
  • Achten Sie auf die Kosten: Klassische Riester-Verträge haben oft hohe Gebühren (Abschlusskosten, Verwaltungskosten). Vergleichen Sie Online-Anbieter (Neobroker), die niedrigere Gebühren anbieten.
  • Nutzen Sie Ihren Grenzsteuersatz: Bei einem Grenzsteuersatz von 42% sparen Sie mit jedem 1.000 € Rürup-Beitrag 420 € an Steuern.
  • Fangen Sie früh an: Dank des Zinseszinseffekts ergeben 100 €/Monat über 35 Jahre bei 5% Rendite 113.214 €, gegenüber nur 41.103 € über 15 Jahre.
  • Versorgungslücke berechnen: Berechnen Sie Ihre Versorgungslücke = Bedarf im Ruhestand - geschätzte gesetzliche Rente. Diesen Betrag muss Ihre private Vorsorge abdecken.